Tara

Sie wird im Buddhismus und anderen indischen Religionen als eine weibliche, friedvolle Manifestation erleuchteter Weisheit gesehen. Tara gilt als die Essenz des Mitgefühls.

Eine Meditation mit dem Japa „Om Strim Tarayai Namo Namaha“ kann dich vielleicht mehr mit deinem Mitgefühl für dich oder andere verbinden.

Darstellung: blaue Haut: Dämmerung am Himmel mit Sternen (Leuchtfeuer in der Nacht),

Tigerfell: Zähmung der Wildnis,
Waffen u. Totenkopfgirlande: Symbole der Ich-Eroberungen,
Kopf: zerstörtes Ego,
Lotus: Geschenk der Selbsterkenntnis,
bluttropfender Mund: verschlingt unsere fälschlichen Identifizierungen,
hängender Bauch: Bürde des Selbstbetrugs, Langeweile,
3 leuchtende wache Augen: Glückseligkeit,
tönt AUM: gebirt den Kosmos,
steht mit einem Fuß auf Shivas Herzen (Maskierung des Bewusstseins) und mit dem anderen auf seinem Bein (Lähmung durch selbstsüchtige Natur des Egos)

Mantren:
Bija: Strim, Trim,
Japa: Om Strim Tarayai Namo Namaha

Yantra: rotes Dreieck mit der Spitz nach oben: nach oben gerichtete Energie.

Farbe: rot (komplementär: grün: Ausgleich und Harmonie (Frieden und Gleichgewicht).  Violetter Raum um Dreieck: Akasha/Äther,Klang,Kehlchakra, Sprache.

8 Blütenblätter: 8 Elemente der Natur Pakriti (s. Kali)

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Kali

Sie verkörpert den Zorn der Durga oder die dunkle Seite Parvatis und sie kann Wünsche erfüllen. Sie repräsentiert z.B. die Qualität einer Mutter, deren Kind angegriffen wird. Sie hat wenig Respekt vor Ego-Köpfen und mag keine Unehrlichkeit (von Männern).

Es gibt viele Kali-Meditationen, manche mit lauter Musik und aktiven Bewegungen. Mehrheitlich Frauen können sich dabei mit der Energie verbinden, die eine angemessene emotionale Reaktion auf Unehrlichkeit und Feigheit ermöglicht. Der mütterliche Aspekt der Kali steht auch für Liebe und Fürsorge gegenüber den unsicheren, kindlichen Anteilen der Mitmenschen, aber die Emotionen werden nicht vorenthalten, die durch eitles Ego-Gehabe ausgelöst werden. Wenn Frau zu oft zu „nett“ ist, kann Kali helfen.

Darstellung: schwarze Haut (misteriöses dunkles All), Waffen, Totenkopfgirlande und Rock aus Armen (Befreiung von der Ich-Identifikation), frisch abgeschnittener Kopf (Trophäe für Sieg über das Ego), Mudrageste (fürchte dich nicht), drittes vertikales Auge (immer wach), blutige heraushängende Zunge (sie verschlingt alles in der Schöpfung (Zeit), tanzt auf liegendem Shiva (ihre dramatische Erscheinung und ihr Tanz ist so unterhaltsam, dass wir Shiva (unsere wahre Natur) vergessen)

Mantren: Om Krim Kalikayai Namaha (Bijamantra: Krim/Chrim)

Yantra:
Farbe der Nacht (kompl.: warm orange=Akzeptanz, hilft bei Depress.)
Blütenkreis: Kali = Ursache d.Natur (Prakriti)
8 Blütenblätter=8 Elemente (außen: Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther; innen: Geist, Intellekt, Ego)
3 Ringe: Vergangenheit, Gegenwart,, Zukunft
5 Dreiecke: 5 Wahrnehmungsorgane, 5 Handlungsorgane, 5 Winde*

Shiva-Shakti-Philosophie

Die tantrische Welt wird an vielen Stellen mit der Dualität der Shiva-Shakti-Philosophie erklärt. Ähnlich wie Yin-Yang, Sonne-Mond, Ha-Tha (-Yoga).

Shiva repräsentiert das Bewusstsein (unveränderlich, absolut, ähnlich Brahmann im Vedanta). Shakti repräsentiert die schöpferische Energie.
Die Welt entsteht dadurch, das Shakti sich durch eine erste Schwingung (Spandana, Spaltung) von Shiva trennt, um sich zu erleben. Dadurch wird in sechs Schritten (in Analogie der 6 unteren Chakras) die Welt (das Universum) erschaffen. Zunächst die 2 Kausalwelten, dann die 3 Astralwelten, dann daraus die physische Welt. Wenn Shiva und Shakti
sich wieder vereinigen, löst sich die Welt (das Universum) auf.

Shiva und Shakti sind in jedem Teil des Kosmos. Das Göttliche ist in jedem Einzelnen zu sehen.

Shiva

Shiva ist ein Name und Begriff mit vielen Erscheinungsformen.

Im Rahmen der hinduistischen Trinität (Trimurti) steht er für Transformation (Zerstörung schafft Platz für neues). Im Monismus des Shivaismus heist es, dass das ganze Universum aus ihm hervor geht.

Tantra gehört eher zu den dualistischen Weltanschauungen, lässt sich aber nicht darauf begrenzen.  In der tantrischen Praxis bietet die Shiva-Shakti-Philosophie eine gute Erklärung der Welt. Im Tantra steht Shiva für das klare Bewusstsein als Gegenpol zu Shakti, die für schöpferische Energie und Materie steht. Im Zusammenspiel dieser beiden Pole entsteht die Welt. Als Ziel der tantrischen Praxis wird die Non-Dualität genannt, die Vereinigung von Shiva und Shakti, die Auflösung der Getrenntheit und damit auch der Welt. In der dualen Welt ist eine Harmonie von Shiva und Shakti anzustreben.

In einige tantrische Schulen wird Shiva mit Männlichkeit assoziiert. Auch wenn der klare Verstand und rationales Denken in unserer Gesellschaft häufiger von Männern repräsentiert wird als von Frauen, wäre es ein folgenschweres Missverständnis. Alle Menschen sind gefordert ihre Shiva- und Shakti-Anteile gut zu entwickeln. Alle Menschen sollten aus tantrischer Sicht ihren „inneren Mann“ und die „innere Frau“ pflegen.

In der spirituellen Praxis kann die Meditation auf Shiva das Bewusstsein stärken und den Geist klären. Dafür steht an vielen Meditationsplätzen ein Shiva.

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Die 10 Mahavidyas

Die 10 Weisheitsaspekte der Göttin beschreiben das gesamte Wissen des Universums. Jede dieser Göttinnen hat eine kosmische Funktion. Gemeinsam sind sie Ausdruck der Lebenszyklen und bilden eine Zusammenfassung der verschiedenen Ebenen der Existenz. In ihrer erschreckenden und gütigen Erscheinungsform bestürzen oder inspirieren sie. Sie alle sind Formen von Kali, der uranfänglichen Energie. Siehe Skript.

Die vielfältigen Darstellungen von Kali sind nicht ganz eindeutig bezüglich der Geschichte. Überhaupt müssen wir Europäer mit indischer Vieldeutigkeit umgehen lernen.